M.E.L.I.N.A e.V.

zuschriften - M.E.L.I.N.A Inzestkinder/Menschen aus VerGEWALTigung e.V. - DesignBlog

Täglich erreichen uns Berichte Betroffener, die wir mit ausdrücklicher Genehmigung an dieser Stelle veröffentlichen:

mein Name ist B.N., ich wohne in B. und ich bin ein Kuckuckskind, was ich durch Zufall (Gentest) im Alter von 50 Jahren erfuhr

Ich, 51 Jahre alt, habe einen sehr seltenen Gendefekt (Muskelerkrankung).

Auf Grund dessen hat mein Vater, von dem ich bisher annahmen, er wäre mein leiblicher Vater, und der von meiner Mutter bereits geschieden war, seit ich etwas über 1 Jahr alt war, einen Gentest machen lassen.

Auf meine Erkrankung, die einen rezessiven Erbgang hat, stellte sich heraus, dass er diesen Gendefekt nicht hat. Laut Ärzte und Wissenschaftler habe ich 2x haargenau die gleiche Genmutation, was heißt:

Meinen Eltern müssten mit allergrößter Wahrscheinlichkeit miteinander verwandt sein.

Bis dahin glaubte ich immer noch an einen bösen Scherz.

Mein sozialer Vater (Scheinvater) verlangte dann einen Vaterschaftstest, seit Ende Oktober 2016 ist nun Gewissheit, er ist nicht mein biologischer Vater.

Man wollte auch meine Mutter in den Vaterschaftsgutachten mit einbeziehen, sie weigerte sich zuerst jedoch, es hat dann 3 Monate gedauert, ehe ihr Hausarzt dann Blut abgenommen hatte und dieses zum gerichtlich festgelegten Gutachter schickte. Durch die Zeitverzögerung hat der Gutachter jedoch das Gutachten erst mal ohne die Analyse meiner Mutter erstellt.

Der Vaterschaftstest war aber so eindeutig, 11 Komponenten stimmten nicht überein, so dass das Gutachten nun ohne Testergebnis meiner Mutter gültig war.

Meine Mutter hüllte sich zunächst in Schweigen, sie sagte, nach so vielen Jahren könne sie sich nicht mehr erinnern.

Nun verstehe ich einige Sachen besser, z.B. warum meine Mutter mich immer gehasst hat und ich zu meinem Vater, von dem ich dachte, er wäre mein leiblicher, keine richtige Vater-Kind-Beziehung aufbauen konnte, obwohl er sich Mühe gab, obwohl meine Mutter immer versuchte, mich von ihm fern zu halten.

Vor allem ist nun klar, warum ich diese Behinderung habe (Inzest, Inzucht).

Natürlich wollte ich, nachdem ich das Vaterschaftsgutachten erhalten hatte, in dem sich herausstellte, dass mein sozialer, rechtlicher Vater nun gar nicht mein leiblicher Vater war, wissen, wer denn nun mein biologischer Vater ist.

Ich habe sofort alle Hebel in Bewegung gesetzt und in der Familie nachgefragt, doch meine Familie schwieg sich aus, meine Mutter sowieso.

Dann hatte mich einer meiner beiden Onkel (Brüder meiner Mutter) angerufen, er sagte, er habe mit meiner Mutter gesprochen und sie sagte ihm, sie hätte nie mit so einem Ergebnis gerechnet, weil sie überzeugt war, dass mein rechtlicher Vater auch mein biologischer Vater sei, da war wohl mal was, aber nach ihrer Rechnung hätte wohl mein rechtlicher Vater auch mein biologischer Vater sein sollen.

Tja, da hatte sie sich wohl verrechnet.

 Ich stellte meinen Onkel nur 2 Fragen:

1. Ist es jemand aus der Familie?

Er bejahte es.

2. Lebt er noch?

Auch diese Frage wurde bejaht.

Er sagte mir, ich werde es bestimmt noch erfahren.

Also vermute ich, mein anderer Onkel, oder er selbst (beides leibliche Brüder meiner Mutter) ist mein leiblicher Vater, da ja laut der Ärzte (auf Grund meiner genetischen Erkrankung mit rezessiven Erbgang) mein Vater und meine Mutter nahe Verwandte sein müssen, Cousins hatte meine Mutter nicht mehr. In Frage käme auch mein Großvater, aber der lebt seit ca. 20 Jahren nicht mehr, und mein Onkel sagte ja am Telefon, laut Aussage meiner Mutter würde mein biologischer Vater noch leben.

 Da aber keiner wirklich mit der Sprache rausrückte, und ich das Recht darauf habe, zu erfahren, wo meine Wurzeln sind, stellte meine Anwältin den Antrag auf Vaterschaftsfeststellung und meine beiden Onkel wurden von ihr angeschrieben.

Vor einigen Tagen rief mich dann mein Onkel an, er sagte, sein Bruder und er sind empört darüber, sie sind sich keiner Schuld bewusst, ich solle meine Mutter anrufen, sie will mir nun sagen, wer mein Vater ist.

Das tat ich dann auch sofort, meine Mutter druckste erst etwas rum, sagte, naja, bevor ich die ganze Familie noch weiter in den Dreck ziehe, will sie mir dann eben meinen Vater nennen, wenn es unbedingt sein muss.

Nun behauptet sie, mein Vater sei mein Opa, ihr leiblicher Vater, er hätte sie missbraucht.

Irgendwie glaube ich aber ihre Version nicht ganz, denn mein Onkel sagte ja 2 Monate vorher noch, dass er mit meiner Mutter gesprochen habe, und mein biologischer Vater lebt noch, er weiß, wer es ist, aber er sagte es mir nicht, meine Mutter solle es mir sagen.

Das sagte ich meiner Mutter auch, aber sie behauptet weiterhin, mein Vater ist ihr Vater, mein Onkel hätte das vielleicht nur so gesagt, damit er seine Ruhe hat.

Ich werde weiterhin an der Vaterschaftsfeststellung festhalten, um nun endlich zu erfahren, wer mein Vater ist, bzw. wer es nicht ist.

Ich hoffe sehr, irgendwann, die Wahrheit zu erfahren, denn nicht nur ich, sondern auch meine 2 Kinder und meine 2 Enkelkinder haben das Recht darauf zu erfahren, wo sie herkommen.

Ich muss damit leben, vor allem mit meiner Krankheit, und die ist schon schlimm genug. Bisher dachte ich immer, für Erbkrankheiten kann keiner was, aber nun wurde ich eines besseren belehrt, denn bei Inzest / Inzucht, sieht das ja anders aus.

Sollte wirklich mein Opa mein Vater sein, und meine Mutter wirklich missbraucht haben, kann sie natürlich auch nichts dafür.

Ich werde das Testergebnis abwarten, hoffe, es dauert nicht mehr lange.

Mit freundlichen Grüßen,


B.N.


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